Ausstellungen
In Meldorf, der Kulturhauptstadt Dithmarschens, spielt auch die bildende Kunst eine besondere Rolle. Ob Malerei, Grafik, plastische Gestaltung oder Fotografie - unterschiedliche Ausstellungsorte bieten Platz, die schönen Objekte zu präsentieren.
Mobile Kinderwelten – Was Kinder schon immer bewegt hat
Dithmarscher Landesmuseum, Domstraße 3 vom 26.10.2025 bis 30.08.2026
Der Kindheitstraum vom coolen Bonanzarad, das Rattern des Tretrollers auf Kopfsteinpflaster, die Frage ob Rollschuh oder Inlineskates – schon die Erinnerung an die fahrbaren Untersätze auf Rollen, Rädern und Kufen bewegt uns.
In Kooperation mit dem Deutschen Fahrradmuseum und der Sammlerin Eva-Maria Mayer aus Bad Endorf blicken wir auf mehr als 150 Jahre „mobile Kinderwelten“. Dabei präsentieren die ausgestellten, zum Teil skurrilen und seltenen Vehikel eine ungeahnte Bandbreite an Erfindergeist, kindlicher Fantasie und technischer Kreativität.
Doch nicht nur das: Die Geschichte der kindlichen Mobilität ist ein Spiegel gesellschaftlicher Entwicklungen, der jeweiligen Zeit und ihrer Moden. Schaukelpferd, Kettcar, Korbkinderwagen, Seifenkisten und weitere Spielfahrzeuge versetzen Alt wir Jung in die Vergangenheit und lassen uns erfahren, warum uns bewegt, was uns bewegt.
Pressevielfalt in der Landwirtschaft
Schleswig-Holsteinisches Landwirtschaftsmuseum, Jungfernstieg 4 ab 12. Oktober
Wer in diesem Fall beim Wort „Pressevielfalt“ zuerst an die Tageszeitung denkt, ist schief gewickelt: Hier geht es um die landwirtschaftlichen Maschinen zum Sammeln, Pressen, Binden und Laden von Silage, Heu und Stroh.
Musste man früher noch loses, beim Mähen bzw. Dreschen anfallendes Heu und Stroh aufwändig per Hand bündeln oder mit Rechen hochraffen und binden, um es anschließend auf dem Heuboden oder in die Scheunen einzubringen, erleichterte bereits 1901 die Erfindung der Presse (vorgestellt von der Fa. Welger aus Wolfenbüttel) diese Arbeit immens. Vor allem konnten Stroh und Heu durch das Pressen zu Ballen deutlich platzsparender eingelagert werden.
Ob als Quader oder Rundballen, ob mit Garn, Draht oder einem Netz zusammengebunden, ob niedrig- oder hochverdichtet: Die Sonderausstellung zeigt Funktion und Nutzen dieser Technik sowie die „Pressevielfalt“, die sich im Laufe der letzten 100 Jahre entwickelt hat. Zudem geht sie auf die Verwendung und Bedeutung von Stroh und Heu in der Landwirtschaft ein.
Weitere Infos unter www.landwirtschaftsmuseum.sh.
(M)eine Welt - Walter Mayr - Fotografie
Zingel21, Zingelstraße 21 - 01.03.-12.04.2026
Seit 60 Jahren ist Walter Mayr in der Fotografie tätig.
Er hat noch große Kameras mit kiloschweren Objektiven bedient. Er hat Dunkelzelte durch Europa, die Sahara, Asien und Amerika getragen und in ihnen lichtempfindliche Filme in sperrige Kassetten eingelegt. Danach standen 12 Blatt für 12 Fotos als Tagesvorrat zur Verfügung, um endlich an sorgfältig ausgewählten Standorten, zu sorgfältig ausgewählter Stunde, mit genau gemessenem Licht wenige Bilder festzuhalten.
Als Mayr nun, mit 80 Jahren, sein Archiv ordnete, machte er eine interessante Beobachtung. Ob er nun in der Sahara fotografiert hatte oder in Island, im Himalaya oder Jerusalem – es fanden sich Bilder die im Grunde verwandte Themen beschrieben: Da ist das vom Sand verschlungene Dorf in der Sahara, das dem Bild eines von der Vulkanasche überdeckte Städtchens in Island ähnlich ist. Wie auch die Parallelen der Bilder vom tibetischen Vaters mit seinem Sohn beim Marsch durch den Himalaya zu einem Foto in Jerusalem unübersehbar sind, auf dem Vater und Sohn entlang der Via Dolorosa zur Klagemauer gehen.
Es wird Walter Mayr ein großes Vergnügen sein, die überraschenden Ergebnisse seiner Archiv-Expedition im ZINGEL21 in Meldorf auszustellen.
Ausstellungseröffnung
Sonntag, 1. März 2026, 11.00 Uhr
Einführung: Susanne Mayer, Journalistin und Autorin
Öffnungszeiten
Donnerstag und Freitag 11–17 Uhr
Samstag, 14 .03. und Sonntag, 15. 03., 11–17 Uhr
Samstag, 11. 04. und Sonntag, 12. 04., 11–17 Uhr
und nach Vereinbarung
Ricarda Alexander-Egg
Tel. 0160-94805683
E-Mail: ricarda-alexander-egge@web.de
"AUFBRÜCHE" - Bilder zur Passionszeit
Meldorfer Dom, 01.03.-12.04.2026
„AUFBRÜCHE“ – Bilderausstellung von Edwin Zaft im Meldorfer Dom
Der Meldorfer Dom zeigt zur Passionszeit vom 1. März bis 12. April die Bilderausstellung „AUFBRÜCHE“ des Künstlers Edwin Zaft. Die Ausstellung setzt sich mit aktuellen wie zeitlosen Erfahrungen von Zerstörung, Umbruch und Neubeginn auseinander und entfaltet im sakralen Raum eine besondere inhaltliche Tiefe.
Zentral für die Gemälde sind ikonische Bildmotive einer durch Krieg und Naturkatastrophen gezeichneten Welt. Diese zeitgenössischen Darstellungen werden in vielen Arbeiten überlagert von Kreuzesszenen nach Peter Paul Rubens. Die kunsthistorischen Motive gehören ebenso zum kollektiven Gedächtnis wie die medial allgegenwärtigen Bilder von Zerstörung und Leid der Gegenwart. In der Überlagerung beider Ebenen entsteht ein spannungsvoller Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart, religiöser Bildtradition und aktueller Erfahrung.
Der Titel „AUFBRÜCHE “ verweist bewusst auf die Ambivalenz des Begriffs: Aufbruch als gewaltsamer Akt, der Bestehendes zerstört, aber zugleich als notwendiger Prozess, der Veränderung und neue Perspektiven eröffnet. In der Passionszeit, die selbst von Leiden, Bruch und Hoffnung geprägt ist, erhalten die Werke eine zusätzliche spirituelle Dimension.
Die meisten Bilder entstanden in den Corona-Jahren 2020–2021, einer Zeit globaler Verunsicherung, in der Fragen nach Halt, Orientierung und Neuanfang besonders präsent waren. Im Meldorfer Dom werden sie zu einem Ort der stillen Betrachtung und Reflexion.
Öffnungszeiten:
Mo-Fr 10:00-12:00 u. 14:00-16:30
Sa 10:00-12:00